Hinweis: Inzwischen wohne ich wieder in Essen.
Liebe Stadt, lieber Stadtteil,
in 5 Tagen ist es soweit, ich werde euch verlassen. Ich werde nach nebenan ziehen, in die »Beamtenschlafstadt«. Ich vermiss euch jetzt schon, ich atme jeden noch so kleinen Atemzug der von eurer Luft ausgeht voller Stolz und Trauer.
Wie werde ich es vermissen, jederzeit – das heißt alle 10 Minuten – bequem mit der Bahn in die Innenstadt zu fahren. Wie werde ich es vermissen, den Großstadtduft zu atmen, die Industrieluft von »tief drin im Pott«. Wie werde ich meine Freunde, Bekannten und Verwandten vermissen, die sonst höchstens in einer halben Stunde zu erreichen waren.
Essen, ich bin in dir groß geworden, in dir aufgewachsen, habe in dir das Leben gelernt. In dir erlebte ich meine Erfolge, meine Niederlagen, meinen 1. … lassen wird das ;)
Deine offene und trotzdem intime Art wird mir fehlen. Ich werde mich an 2 Buchstaben vor der TÜV/ASU-Plakette auf den Nummernschildern gewöhnen müssen. Das ist hart, 2 bis 3-buchstabige können doch gar kein Auto fahren …
Ich hänge so sehr an dir, ich bin froh, dass uns nur ein paar Kilometer trennen. Ich werde dich oft besuchen kommen und irgendwann werde ich auch zurück kehren.
Essen, ich liebe dich, auch wenn man Städte nicht lieben kann, so ist es doch möglich. 18 Jahre vergisst man nicht einfach (ich denk ja oft noch an 1 1/2 1 1/4 Jahre einer anderen Sache).
Ich möchte dir danken, dass du mich so gut aufgenommen hast. Und ich werde dir danken, wenn du mich wieder aufnimmst, wenn ich zurück komme.
Wir sehen uns!
Michel